Mit | GOLDKINDER Mae Sai e.V.

Den Beginn des Jahres 2009 verbrachten die Vorsitzenden in Thailand, also vor Ort. Für das Kinderprojekt Childlife organisierte die Kinderärztin Gudrun Daugs im Januar Impfstoffe per Mail bzw. per Telefon aus Deutschland. Die Firma MSD Pasteur Merieux erklärte sich umgehend bereit, kostenlos 50 Impfungen zu stellen.

Im Februar fand ein Besuch des Projektes in Mae Sai statt. Die beiden Vorsitzenden Gudrun Daugs und Günter Knopfe begleiteten die engagierten Mitglieder Angela und Joachim Gronau aus Coburg bei der Besichtigung von Childlife und nahmen gleichzeitig eine Übergabe von Sachspenden vor: Kinderbekleidung, Schuhe, Spielsachen, Sportgeräte u.Ä. wurden Childlife überlassen – alles Spenden, die in Deutschland gesammelt worden waren. Zudem konnte eine Geldspende in Höhe von 25.000 Bht, also umgerechnet 573,64 € überreicht werden. In umfassendem Maße wurde sich auch um die medizinische Versorgung der Kinder des Projektes bemüht. Die Kinderärztin Gudrun Daugs untersuchte Kinder mit gesundheitlichen Problemen und beschaffte Medikamente aus der Apotheke in Mae Sai. Eine umfassende Impfaktion konnte geplant und vorbereitet werden; dazu war es nötig, alle vorhandenen Impfausweise zu prüfen und eine Liste mit den speziellen Erfordernissen von Erstimpflingen zu erstellen.

Abschließend planten die Hauptverantwortlichen von „Childlife“ Kru Ngaow und Songkran einen weiteren Besuch durch den Verein Goldkinder Mae Sai

für März, an welchem die Impfaktion durchgeführt werden sollte.

Im März besuchten die Vorsitzenden des Goldkinder-Vereins Gudrun Daugs und Günter Knopfe zusammen mit Uta und Rainer Kretzer aus Meiningen das Projekt in Mae Sai. Erneut übergab der Verein Sachspenden an die in Childlife lebenden Kinder. Es handelt sich dabei vorwiegend um Kinderbekleidung, Spielsachen, Sportsachen, Mal- und Bastelutensilien, Schuhe, Verbandsmaterial und Hygieneartikel. Darüber hinaus

wurde eine Geldspende in Höhe von 40.000 Bht , also umgerechnet 899,12 € an das Projekt übergeben. Ferner wurde die geplante Impfaktion durchgeführt. Dazu hatte die Familie Kretzer Impfstoffe gegen Diphterie, Tetanus und Poliomyelitis aus Deutschland mitgebracht. Insgesamt konnten 50 Kinder geimpft werden.

Zusätzlich wurde eine Highschool in Mae Sai besichtigt, auf der einige Kinder von „Childlife“ einen höheren Schulabschluss erlangen.

Um sich ein genaueres Bild von der Lebenssituation der Menschen vor Ort zu machen fuhren die Vereinsvertreter zur Grenze zwischen Burma und Thailand und sammelten Informationen über die dort bettelnden Kinder und Mütter. Danach überquerten die Vereinsmitglieder die Grenze nach Burma und verschafften sich einen tieferen Einblick in die Lebensweise in den dortigen Dörfern und sammelten weiter Informationen, um die Hintergründe des Projektes besser zu verstehen.

Im April kehrten die Vorstandsmitglieder Gudrun Daugs und Günter Knopfe nach Deutschland zurück. Sie nahmen Kontakt zum Meininger Tageblatt auf und führten Vorgespräche bezüglich eines Zeitungsberichts über die Projektarbeit in Mae Sai.

Darüber hinaus startete Gudrun Daugs Verhandlungen mit der Kinderklinik in Meiningen über einen Informationsvortrag über das thailändische Kinderprojekt.

Der Pressebericht über den Thailandeinsatz durch den Verein Goldkinder Mae Sai erschien im Juni im Meininger Tageblatt. Außerdem fand der Informationsvortrag im Klinikum Meiningen statt: die Vereinsmitglieder Gudrun Daugs und Wilfried Gänßler führten durch die Veranstaltung.

Zusätzlich nahmen Interessierte als potentielle Vereinsmitglieder den Kontakt zu den Vorsitzenden auf. Sie engagierten sich für eine Zusammenarbeit in der Form einer Zweigstelle des Vereins in Münster. Erste Gespräche zur Planung einer weiteren Niederlassung wurden geführt und die Jahreshauptversammlung des Vereins am 7. Juli 2009 vorbereitet.

Gudrun Daugs

Vorsitzende

Wölfershausen, 15.07.2009

Die Vereinsvorsitzende Gudrun Daugs ist seit zehn Jahren in Thailand engagiert. Hier schreibt sie aus sehr persönlicher Sicht über das Kinderprojekt…

Vor 10 Jahren, d. h. 1999, entdeckte ich bei einer Rundreise durch den Norden Thailands , Kinderarmut, Bedürftigkeit, Hoffnungslosigkeit, die mich berührte und deren Ursprung ich mir in dem sonst so gut organisierten, kinderfreundlichen Land auf den ersten Blick nicht erklären konnte. Zurückgekehrt nach Deutschland, recherchierte ich über die Hintergründe dieser chancenlosen Kinder am Rande der Gesellschaft in diesem wunderschönen Urlaubsland.

Dabei stieß ich auf politische , ethnische , soziale Hintergründe, die leider weltweit wenig bekannt sind. Die Kinder, um die ich mich in Zukunft kümmern wollte, entstammen ethnischen Minderheiten aus dem Grenzgebiet zwischen Burma und Thailand. Ihre Familien sind staatenlos, werden allenfalls von Thailand oder Burma g e d u l d e t.

Gudrun Daugs ist seit 10 Jahren in Nordthailand aktiv

Gudrun Daugs ist seit 10 Jahren in Nordthailand aktiv

Sie wohnen in armseligsten Bergdörfern entlang der Grenze, haben keine Elektrizität, kein fließendes Wasser, nur winzige , wacklige Bambushütten als „ Dach über dem Kopf“ und keine Einnahmequellen , außer ein bisschen Landwirtschaft oder ein paar Hühner, Enten oder Schweine.

Es gibt keine Schule für die Kinder und keine Möglichkeit, etwas außerhalb ihrer Traditionen zu lernen. Sie spielen den ganzen Tag mit Abfall, wälzen sich im Staub und streunen durch die schöne Natur.

Für die Erwachsenen ist das Leben dort, abseits von jeglicher Zivilisation, ebenso hoffnungs- und perspektivlos. Die Männer verbringen ihre Zeit mit Reparaturarbeiten an den provisorischen Behausungen oder bauen etwas aus Materialen, die die Natur ihnen bietet. Die Frauen verbringen den Tag neben den üblichen Pflichten als Mutter und „Hausfrau„ mit Handarbeiten. Sie sticken aufwendige Trachtenkleider oder Taschen, zum Teil, um sie zu verkaufen.

Das alles reicht aber längst nicht zum Sattwerden und zum Überleben, denn die Familien sind naturgemäß sehr kinderreich. Geburtenregelung gibt es selbstverständlich nicht.

Zu allem Überfluss gibt es auch noch K r i e g , Krieg zwischen den einzelnen Dörfern, denn die Bewohner gehören oft verschiedenen Bergstämmen an, die unterschiedliche Sprachen sprechen und unterschiedlichen Religionen angehören. Das ist Grund genug, sich zu bekämpfen.

Alles in allem also eine aussichtslose Situation, in die immer mehr Kinder hineingeboren werden.

Um ihre finanziellen , existenziellen Probleme zu lösen, bleibt den Familien nur der Weg , an Geld durch Betteln, Stehlen, Dealen, Drogenhandel, Prostitution o.ä. zu kommen.

Dazu benutzen sie größtenteils ihre zahlreichen Kinder , die sich natürlich dem beugen müssen. Die Eltern dieser Kinder sind oft selbst nicht mehr in der Lage, Geld zu „ besorgen „, sind sie doch oft selbst drogenabhängig, an Aids erkrankt oder auch schon gestorben.

Da im Grenzgebiet zu Thailand, im südlichen Burma, Heroin angebaut wird, ist es nicht schwer für die Bergvölker , Drogen zu erwerben und so ihr Leben s c h e i n b a r etwas erträglicher zu machen. So legen die Kinder aus den entlegenen Bergdörfer täglich sehr viele Kilometer barfuss, hungrig, in Lumpen gehüllt zurück, um an die Brücke in Mae Sai zu gelangen, die Burma und Thailand verbindet.

Dort passieren täglich Tausende Menschen die Grenze in beide Richtungen. Die Kinder haben es dabei auf die Touristen abgesehen, die die Grenze für einen Tagesausflug nach Burma überqueren. Mit ihnen wollen sie ihre Geschäfte machen.

Der Erlös scheint das nackte Überleben zu ermöglichen, aber die grausame Perspektivlosigkeit bleibt.

Diesem Problem hat sich nun das Kinderprojekt Childlife Mae Sai seit 10 Jahren gewidmet. Die Kinder werden „von der Straße geholt„ , ihnen wird ein neues Zuhause geboten.

Dazu gehören eine Schulbildung, später z. T. eine Berufsausbildung , regelmäßige Mahlzeiten, Schlafmöglichkeiten in festen Unterkünften, viel Raum zum Spielen, zum Sporttreiben, zum Kreativsein wie Singen, Tanzen, Musizieren, Theaterspielen, Basteln, Handarbeiten, Dichten, Arbeiten im eigenen Garten, Angeln, , Baden, Haustiere halten u.s.w.

Sie werden zu Ordnung Sauberkeit, Hygiene, Disziplin, Selbstständigkeit, gegenseitiger Erziehung ,Rücksichtsnahme, Hilfe, Aufmerksamkeit, Zuwendung und Achtung angehalten. Das Leben gestaltet sich wie in einer Großfamilie ( z. Zt 130 Kinder ), dabei kümmern sich die Großen um die Kleinen .Aufgaben wie Reinigungsarbeiten im Projekt, Wäschewaschen, Küchenarbeit, Gartenarbeit, Hilfe im Projektbüro, Unterstützung der wenigen Erzieher usw werden gerecht und dem Alter entsprechend verteilt.

Das Projekt, was für mich eine bemerkenswerte positive Entwicklung in den 10 Jahren genommen hat, lebt a u s s c h l i e s l i c h von Spenden. Das ergibt sich aus der Herkunft der Kinder, s. o.. Sie haben keinerlei Recht auf staatliche Hilfe , um z. B. die Schule zu besuchen oder das Gesundheitswesen in Anspruch zu nehmen. Für thailändische Staatsbürger ist die Schulbildung, die ärztliche Versorgung einschließlich dem internationalen Standard entsprechende Impfungen, ein Selbstverständnis.

Unter diesen Voraussetzungen war es von Anfang an mein Ziel, diesen Außenseiter-Kindern, die weder eine Geburtsurkunde, noch einen Ausweis, ja oft nicht einmal einen offiziellen Namen oder ein genaues Geburtsdatum hatten, nach allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen.

So besuchte ich zunächst ein mal jährlich während meiner Urlaubszeit das Projekt, brachte viele Zentner Hilfsgüter (auf dem Flugweg mit anschließender Bahn- Bus- und Autoreise ), Geldspenden in Höhe von insgesamt bisher ca. 20.000 Euro , Medikamente, Verbandsmaterial und mehrere hundert Impfstoffe gegen Diphterie, Tetanus und Poliomyelitis in das Projekt. Alles entstammte ausschließlich einer privaten Initiative, die viele Jahre über meine Kinderarztpraxis lief. Meine Patienten unterstützten mein Engagement in Thailand erfreulicherweise sehr großzügig.

Im Projekt untersuchte ich die Kinder, soweit das unter den primitiven Bedingungen, unter freiem Himmel möglich war. Bei festgestellten Erkrankungen leitete ich unverzüglich eine Therapie ein, falls keine Klinikeinweisung nötig war. Medikamente nach internationalem Standard sind problemlos in jeder Apotheke erhältlich , so dass ich sehr schnell helfen konnte. Bei den kontinuierlichen Impfaktionen konnte ich bei den meisten der Kinder, einen kompletten Impfstatus für Diphterie, Tetanus und Poliomyelitis erreichen. Jährlich kamen natürlich neue Ungeimpfte dazu, die die Impfaktion nie abreißen lassen. Leider gibt es keine Möglichkeit für mich, die Impfstoffe in Thailand zu erwerben, so dass die Vorbereitung und Organisation , einschließlich des Transportes der zu kühlenden Impfstoffe über die 10.000 km Flug- Bahn- Bus- und Autostrecke , jedes Mal eine logistische Herausforderung darstellt.

Aber ich bin überzeugt von der Wichtigkeit der Impfmaßnahmen , denn schon einmal wurde im Projekt das Ausbreiten einer Diphterie, an der ein ungeimpftes Kind erkrankt war, verhindert.

Im Projekt selbst habe ich ein kleines Krankenzimmer eingerichtet und ausgestattet, damit in meiner Abwesenheit ,von mir angelernte Ersthelfer, kranke oder verletzte Kinder wenigstens laienhaft medizinisch versorgen können.

Seit 2007 verbringe ich viel Zeit im Kinderprojekt, da ich ca 5 Monate pro Jahr in Thailand lebe. Ich besuche das Projekt mit Menschen, die sich für die Arbeit dort interessieren, die sich einbringen möchten und auf ihre Art helfen wollen. Es ist mein Ziel, möglichst viele Menschen für diese Kinder in Mae Sai zu begeistern, ihre Hilfebedürftigkeit zu e r l e b en , ihre Dankbarkeit und Freude zu s p ü r e n für jede, noch so kleine Zuwendung in j e d e r Form und Weise. Ich glaube, nur durch persönliches Erleben dieser Situation im Kinderprojekt, kann man verstehen, warum mir gerade diese Kinder so an´s Herz gewachsen sind, warum ich mich seit Jahren für sie (mit) verantwortlich fühle.

Dazu gehört neuerdings auch, dass ich regelmäßig Kinder aus Mae Sai zu mir in unser Gästehaus in Südthailand einlade und versuche, ihnen für einige Tage dort ein Leben in Geborgenheit, in familiärer Atmosphäre mit Annehmlichkeiten, die ihnen ihr Leben lang versagt waren, zu bieten. Ich hoffe, so bei den Kindern die Hoffnung auf ein schöneres Leben zu wecken. Vielleicht motiviert sie das z. B., in der Schule ,gute Leistungen zu erbringen ,als Voraussetzung für eine echte Zukunftsperspektive.

2008 habe ich zusammen mit meinem Lebensgefährten Günter Knopfe, eine gemeinnützigen Verein zur finanziellen Unterstützung der Kinder in Mae Sai gegründet. Inzwischen haben wir 25 Mitglieder, die teilweise schon das Projekt mit mir besucht haben. Wir hoffen in Zukunft auf eine erfolgreiche Vereinsarbeit zum Wohle der Kinder von childlife.

Gudrun Daugs

Wölfershausen, 11. 08. 2009

Mae Sai ist die Hauptstadt von Amphoe Mae Sai, des nördlichsten Landkreises der Provinz Chiang Rai, und damit die nördlichste Stadt Thailands. Sie liegt am Grenzfluss zu Burma (Myanmar) und verfügt über den einzigen legalen thailändisch-burmesischen Grenzübergang weit und breit. In der Region leben viele Bergvölker, die noch ihre eigenen Sprachen sprechen. Sogar China ist in “Reichweite” – nur 170 km entfernt. In unmittelbarer Nähe befindet sich Laos.

Mae Sai: Blick auf Grenzübergang

Mae Sai: Blick auf Grenzübergang

Durch seine Lage in der Nähe des Dreiländerecks Thailand-Burma-Laos sowie seine Nähe zum Goldenen Dreieck am Mekong (Anbaugebiet von Opium) ist Mae Sai mit Problemen von Grenzschmuggel, Armut und Drogenhandel konfrontiert.

Am Fluss Ruak, der im Goldenen Dreieck in den Mekong mündet

Am Fluss Ruak, der im Goldenen Dreieck in den Mekong mündet

Mae Sai liegt etwa 62 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Chiang Rai, ist aber fast 860 km von Bangkok entfernt. Von Chiang Rai aus ist Mae Sai gut mit dem Pick-up zu erreichen. Nach Chiang Rai kommt man mit dem Flugzeug direkt aus Bangkok. Alternativ kann man Chiang Rai auch von Chiang Mai aus mit dem Bus ansteuern.

Hier eine Übersicht über Asien und die Lage von Mae Sai:

Mae Sai - Hort der Goldkinder

Mae Sai - Hort der Goldkinder (auf Karte klicken zum vergrößern)

Hallo und auf ein baldiges Wiedersehen in Deutschland, das möchten wir allen unseren Freunden, Verwandten, Sympathisanten, Mitstreitern, Sponsoren und allen, die uns verbunden sind, auf diesem Wege sagen. Gleich vorab ein dickes Dankeschön an alle, die unser Projekt „Goldkinder Mae Sai” freundlicherweise unterstützt haben. Nur so war es überhaupt möglich, wieder so viel an überlebenswichtigen und freudebringenden Hilfsgütern von Deutschland aus nach Mae Sai zu bringen. Es bedurfte einer sehr fundierten Organisation, Hilfsbereitschaft, Einsatzbereitschaft, Verlässlichkeit, Großzügigkeit und Toleranz, um alles nahtlos im Sinne der Kinder zu erfüllen

maedijunge

Nun aber zu meinem, wie immer von Herzen kommenden Bericht. Von mir, die naturgemäß Kinder über alles liebt und sehr, sehr froh darüber ist, wenigsten einen kleinen Beitrag leisten zu können, der ungerechten Armut auf dieser Welt zu begegnen – mit Hilfe ebenso denkender und fühlender Freunde.

Am 20. Januar reisten wir zusammen mit unseren Coburger Freunden, Joachim Gronau und Angela Janeke-Gronau mit dem Bus von Chiang Mai nach Mae Sai; eine interessante Fahrt über mehr als 200 Kilometer durch den bergigen Norden Thailands. Im Reisegepäck hatten wir viele Sachspenden, die Angela und Achim in Deutschland gesammelt hatten. Leider wird diese Sammelaktion immer durch die Gewichtslimitierung des Reisegepäcks bei Flügen begrenzt . Aber da wir wissen, wie sehr sich die Kinder über jede Art von Mitbringsel freuen, wird jedes mögliche Kilogramm ausgenutzt.

Im Projekt wurden wir schon mit Ungeduld erwartet, vor allem von „unseren Kindern”, die uns in Ko Lanta besuchen durften. Sie hatten sich im Kalender notiert, wann wir kommen. Die Wiedersehensfreude war riesengroß, natürlich auch die Freude bei den anderen Kindern. Wir erfuhren vom Projektleiter Ngaow, dass unsere Besucherkinder ganz viel von ihrer Reise berichtet haben, viele Geschichten erzählen konnten, unendlich geschwärmt haben und am liebsten gleich wieder mitfahren würden. Das Problem war nun, dass natürlich in Zukunft alle 120 Kinder zu uns kommen wollten… Wie gern würden wir das auch wollen, wären da nicht diese 2000 km zwischen uns !!!

Was gab es Neues im Projekt im Vergleich zum letzten Jahr ? Auffällig schien uns, dass sehr wenig Personal für die Betreuung der Kinder zu sehen war. Die Kinder schienen sich sehr viel selbst überlassen zu sein. Ngaow bestätigte diese Vermutung. Zur Zeit gab es nur 6 Betreuer für 120 Kinder, d.h. für mich im Klartext, umgerechnet 3 Elternpaare für 120 Kinder und somit 40 Kinder pro Elternpaar. Man kann sich die Überforderung wohl vorstellen, vor allem unter den Bedingungen: ohne Strom (nur Notstrom), ohne fließend Wasser, ohne Kühlschrank, ohne Waschmaschine, ohne Möbel, ohne Dusche, ohne eben alles, was uns inzwischen standardmäßig das Leben erleichtert. Erschüttert mussten wir auch feststellen, dass die Kinder nicht mehr am Tisch ihre Mahlzeiten einnahmen, sondern zum Essen auf dem Fußboden saßen und zum Teil zu zweit von einem Teller aßen. Die Tische, Stühle, Teller reichen nicht mehr für alle. Aber allem Anschein nach, schien das niemanden zu stören oder gar der Auslöser für Streitereien zu sein. Ich stellen mir gerader unsere deutschen Kinder vor: wenn zwei Geschwister von einem Teller essen sollten, wie viel Konflikt- und Streitpotential würde da zwangsläufig entstehen!! („Die hat ein größeres Stück, der muß nicht soviel Gemüse essen.”)

imwasser

Traurig war ich mein Anblick unserer Subapon. In Ko Lanta hatte ich mich immer über ihre wunderbar glänzenden Haare gefreut und sie oft fotografiert (man sieht Subapon auch auf unserer Startseite von unser Website “Goldkinder“). Sie trug eine Kapuze, die fest zugebunden war. Als ich versuchte, die Kapuze (es war sehr heiß) zu lüften, hielt sie diese ganz erschrocken zusammen. Offensichtlich hatte sie Läuse und schämte sich sehr. Ich konnte ihr nicht mal helfen, denn es gab in der Apotheke kein Läusemittel und nirgendwo konnte ich Kokosöl auftreiben, was die Läuse auf natürliche Weise bekämpft hätte. Als ich 4 Wochen später erneut im Projekt war, hatte sie übrigens ein riesengroßes Kapuzenshirt an, sie hätte 4 mal hineingepasst. Es schien die einzige Kapuze zu sein, die im Projekt vorhanden war, und die hing eben an diesem riesengroßen Shirt, was sie mindestens die 3 Tage trug, als wir zu Besuch waren.

waeschemachen

Achim und Angela waren sehr beeindruckt von ihrem Besuch bei den Kindern, so hatten sie es sich nicht vorgestellt. Soviel Armut, aber auch soviel kindliche Freude, Spontanität, Hilfsbereitschaft, Kreativität, Dankbarkeit und Zufriedenheit. Sie wollen nun erst recht über Möglichkeiten nachdenken, das Projekt auch in Zukunft zu unterstützen.

Wir verbrachten mit den Kindern ein paar schöne Tage in vertrauter Atmosphäre mit so mancher Streicheleinheit, die allen gut tat. Ich werde inzwischen von vielen Kindern mit „MAMI” betitelt. Das gab mir das Gefühl, den Kindern wenigstens ein bisschen mütterliche Zuwendung geben zu können…

Der Abschied im Januar war glücklicherweise nicht so traurig wie sonst, denn Günter und ich würden ja 4 Wochen später wieder dort sein, jenes Mal, um die Kinder zu impfen. Und so war es dann auch. Diesmal reisten unsere Meininger Freunde Uta und Rainer Kretzer an und brachten ganz viel wunderbare Sachen für die Kinder mit: Kleidung, Schuhe, Bälle, Tischtennis- und Federballschläger, Malstifte, Malblöcke, Kuscheltiere, Spielzeugautos und mehr. Von uns gab es dann noch ein paar Märchenbücher in thailändischer Sprache, Rucksäcke, Taschen, Spielzeug, Süßigkeiten, Muscheln dazu. Alles in allem wieder eine stolze Sammlung von Hilfsgütern. Die Kinder konnten es kaum erwarten sich etwas aussuchen zu dürfen. Aber wir hatten ja vorher noch eine große Aufgabe zu bewältigen: die Impfung von 50 Kindern gegen Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung. Dazu hatten wir in großen vorbereitenden Aktionen die Impfstoffe in Deutschland besorgt und unsere Freunde aus Meiningen hatten sie, die Kühlkette einhaltend, nach Thailand befördert. Bei den hier herrschenden Temperaturen um 30 Grad logistisch ein kniffliges Unterfangen. Aber wir haben ja mehrjährige Erfahrungen mit dieser Aktion. Alles hat reibungslos geklappt . An dieser Stelle ein ganz, ganz großes Dankeschön an die Firma SPMSD in Leimen, besonders an Dr. Mathias Baier und Frau Annekathrin Petersdorf, die einen ungewöhnlich großen Einsatz leisteten, damit die Impfstoffe ihren Zielort erreichten. Und zu unserer ganz großen Freude wurden die 50 Impfstoffe von der Firma SPMSD gesponsert, wir haben also eine ganze Menge Geld gespart und konnten es in Mae Sai als Geldspende überreichen, insgesamt 1500 Euro. Dieser Betrag ist im Vorfeld auf unser Vereinskonto eingegangen. Ich finde, eine stolze Leistung seit Gründung des Vereins im Juli 2008 !

gruppenfoto

Die Impfung der ca. 50 Kinder verlief dann gewohnt reibungslos: jeder hatte seine Aufgabe. Spritzen mit Kanülen versehen, Kinderoberarme gründlich mit Alkoholtupfer reinigen (zwischen. 1 bis 4 !! Tupfer pro Kind), ängstliche Kinder sanft fixieren und gleichzeitig tröstende, ermunternde Worte sprechen, impfen, Pflaster kleben und die vielen glücklichen, erleichterten Gesichter sehen, das befreiende Durchatmen hören, wenn alles vorbei war …

Wir haben zusammen mit Uta und Rainer ein paar eindrucksvolle Tage verbracht, Erkenntnisse gewonnen, die unter die Haut gingen, sehr viel Dankbarkeit und sehr viel Zuneigung bekommen und ein bisschen was davon zurückgeben können. Der Abschied fiel allen sehr schwer, es gab sowohl Tränen, Lächeln, Umarmungen, aber auch fassungsloses Erstarren, todernste Gesichter. Wir fühlten uns in dem Moment ziemlich hilflos, die Kinder so traurig zurückzulassen. Am liebsten hätten wir sie alle mitgenommen. Vor allem, als wir hörten, dass 2 Monate Ferien bevorstehen und nur 50 % der Kinder ein Zuhause haben, wohin sie in den Ferien können. Wie schmerzlich muß es für den großen Rest der Kinder sein, bei 2 Bezugspersonen für 40 Kinder!

Uns bleibt die Gewissheit, dass wir in einigen Monaten wieder nach Mae Sai reisen werden, mit Dingen, die den Kindern Freude bringen, mit Geld, was Ihnen zum Überleben hilft und mit viel Zuneigung und der Bereitschaft, Ihnen das zu zeigen.

In diesem Sinne grüße ich alle, die sich von meinem Bericht angesprochen fühlen und hoffe auf ein wenig Resonanz in Worten und in Taten.

gudrun

Eure Gudrun Daugs, Vereinsvorsitzende „Goldkinder Mae Sai„ , ab April wieder in Deutschland

Liebe Freunde, Verbündete, Mitstreiter, Mitkämpfer, Sympathisanten und sonstige uns Verbundene,

wir wollten uns noch mal zu Wort melden, bevor wir am 2. 11. für 5 Monate aus dem kalten Deutschland verschwinden. Noch sind wir voller Aktivitäten, um beste Voraussetzungen für diese lange Deutschlandpause zu schaffen…… Trotzdem wollen wir auch schon ein paar Vorbereitungen für die Zeit in Thailand treffen. Vor allem, was unser Kinderprojekt betrifft , müssen wir von hier aus noch die Weichen stellen , damit die in Aussicht gestellten Sachspenden auch nach Thailand gelangen. Da uns einige Freunde in nächster Zeit besuchen werden, besteht die Möglichkeit, dass diese einiges mitnehmen können.

Aus dem Raum Coburg bekommen wir im Jan. Besuch, im Febr. aus dem Raum Dortmund und Meiningen ,auch aus Berlin ist am Jahresanfang Besuch angesagt. Falls jemand also für unsere Kinder gesammelt hat, bitte per mail oder bis zum 1.11. per Draht bei uns melden, damit wir den Kontakt zu den “Beförderern” herstellen können.

Ansonsten sind wir ganz stolz, dass wir schon ca. 1100 Euro Geldspenden zusammen haben.

Das Geld werden wir dann persönlich bei unserem nächsten Besuch überreichen. Vielleicht schaffen wir es ja noch bis zum Jahresende, nach Mae Sai zu fahren…Aber spätestens im Januar werden wir mit unseren Freunden aus Coburg wunschgemäss dort sein, im Februar/ März dann mit unseren Freunden und Vereinsmitgliedern aus Meiningen ein weiteres Mal. Wir freuen uns ganz sehr darauf! Ausserdem planen wir 4 Kinder zu uns nach Ko Lanta zu holen, um ihnen ein bisschen “Ferienidylle” zu bieten. Selbstverständlich tragen Günter und ich diese Kosten aus unserer Tasche und nicht aus der Vereinskasse. Ich bin mal gespannt, ob wir die 2000 km mit den Kindern fliegen dürfen…immerhin haben sie keinerlei Ausweis….

Aber ansonsten fahren wir zusammen mit dem Bus, sicher auch eine tolle Abwechslung und Erfahrung für die kids.

Wir wünschen allen noch einen sonnigen Herbst, strotzende Gesundheit trotz Influenzaviren, wenig Frust trotz Finanz- Wirtschafts- Klima- Gesundheitssystem-Terror- (und anderer)-Krisen!!!!! Es kann Alles nur besser weden!

Herzlichste Grüsse, Eure Gudrun Daugs und Günter Knopfe.

100_0623