Verein

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Das Dorf in Mae Sai: Die Kinder laufen barfuss. Sie gehen mit selbstgebauten Angeln fischen. Mit etwas Glück gibt es dann Fisch zum Mittag. Es sind scheue, zarte kleine Menschen, die Besuchern lieber aus einigen Metern Abstand zuschauen. Erst einmal. Immerhin haben sie hier im Kinderdorf Childlife Mae Sai ein Dach über dem Kopf, eine Schlafstelle und einen winzigen Spint für das wenige Persönliche.

Die Kinder sind meist ehemalige Straßenkinder. Ihre kranken Eltern konnten sich nicht um sie kümmern. Oder sie sind Flüchtlinge: aus dem Nachbarland Burma gekommen, in welchem seit Jahren Bürgerkrieg herrscht. Sie sind somit betroffen vom hoffnungslosen Dreiklang der Staatenlosigkeit, Elternlosigkeit und – Rechtlosigkeit. Um zu überleben, trennten sie den ganzen Tag Müll nach recyclefähigem Material, bettelten, schnüffelten Klebstoff oder gerieten an Menschenhändler.

Bis sie von Ngaow von der Straße aufgelesen wurden. Ngaow ist ein Thailänder, der diesen Kindern eine Zuflucht geschaffen hat: das Kinderdorf Childlife in Mae Sai. Hier leben mittlerweile 100 Kinder im Alter zwischen 4 und 16 Jahren zusammen. Sie kommen in dem Kinderdorf unter, erfahren Fürsorge so weit das möglich ist und erhalten eine Schulbildung. Sie bekommen eine Chance auf ein Leben. Sie müssen aber auch einiges dafür tun: Mit Hilfe von zwei, drei ehrenamtlichen Betreuern werden sie dazu erzogen, sich selbst zu versorgen. Sie kochen, waschen, machen selber sauber. Und wenn sie können, verdienen sie ein bisschen Geld mit handgefertigten Dingen oder selbstgezogenen Pilzen.

Das zu Hause im Kinderdorf ist schon sehr viel für diese Kinder. Aber es fehlt dennoch an vielen Ecken und Enden: an Aufmerksamkeit und Zuwendung, an Kleidung und Utensilien, Hygieneartikeln, Impfungen, Verbandszeug, Schuhen, Elektrizität, medizinischer Versorgung, Spielzeug, Büchern und vielem mehr

Deshalb ist es so wichtig, dass sie von anderen unterstützt werden. Sie benötigen Hilfe, damit ihre Grundversorgung gewährleistet wird. Damit diesen Kindern, denen früh schon alles genommen wurde, eine neue Lebenschance gegeben wird. Deshalb ist es auch gut, dass sich eine Ärztin aus Deutschland aufmacht, diese Kinder zu untersuchen und zu impfen. Damit sie halbwegs gesund bleiben und Krankheiten geheilt werden. Und die Kinder freuen sich über den Besuch. Das kann man daran sehen, dass sich manche gleich mehrmals zur Untersuchung  in der Schlange anstellen

ngaow