Hallo und auf ein baldiges Wiedersehen in Deutschland, das möchten wir allen unseren Freunden, Verwandten, Sympathisanten, Mitstreitern, Sponsoren und allen, die uns verbunden sind, auf diesem Wege sagen. Gleich vorab ein dickes Dankeschön an alle, die unser Projekt „Goldkinder Mae Sai” freundlicherweise unterstützt haben. Nur so war es überhaupt möglich, wieder so viel an überlebenswichtigen und freudebringenden Hilfsgütern von Deutschland aus nach Mae Sai zu bringen. Es bedurfte einer sehr fundierten Organisation, Hilfsbereitschaft, Einsatzbereitschaft, Verlässlichkeit, Großzügigkeit und Toleranz, um alles nahtlos im Sinne der Kinder zu erfüllen

Nun aber zu meinem, wie immer von Herzen kommenden Bericht. Von mir, die naturgemäß Kinder über alles liebt und sehr, sehr froh darüber ist, wenigsten einen kleinen Beitrag leisten zu können, der ungerechten Armut auf dieser Welt zu begegnen – mit Hilfe ebenso denkender und fühlender Freunde.
Am 20. Januar reisten wir zusammen mit unseren Coburger Freunden, Joachim Gronau und Angela Janeke-Gronau mit dem Bus von Chiang Mai nach Mae Sai; eine interessante Fahrt über mehr als 200 Kilometer durch den bergigen Norden Thailands. Im Reisegepäck hatten wir viele Sachspenden, die Angela und Achim in Deutschland gesammelt hatten. Leider wird diese Sammelaktion immer durch die Gewichtslimitierung des Reisegepäcks bei Flügen begrenzt . Aber da wir wissen, wie sehr sich die Kinder über jede Art von Mitbringsel freuen, wird jedes mögliche Kilogramm ausgenutzt.
Im Projekt wurden wir schon mit Ungeduld erwartet, vor allem von „unseren Kindern”, die uns in Ko Lanta besuchen durften. Sie hatten sich im Kalender notiert, wann wir kommen. Die Wiedersehensfreude war riesengroß, natürlich auch die Freude bei den anderen Kindern. Wir erfuhren vom Projektleiter Ngaow, dass unsere Besucherkinder ganz viel von ihrer Reise berichtet haben, viele Geschichten erzählen konnten, unendlich geschwärmt haben und am liebsten gleich wieder mitfahren würden. Das Problem war nun, dass natürlich in Zukunft alle 120 Kinder zu uns kommen wollten… Wie gern würden wir das auch wollen, wären da nicht diese 2000 km zwischen uns !!!
Was gab es Neues im Projekt im Vergleich zum letzten Jahr ? Auffällig schien uns, dass sehr wenig Personal für die Betreuung der Kinder zu sehen war. Die Kinder schienen sich sehr viel selbst überlassen zu sein. Ngaow bestätigte diese Vermutung. Zur Zeit gab es nur 6 Betreuer für 120 Kinder, d.h. für mich im Klartext, umgerechnet 3 Elternpaare für 120 Kinder und somit 40 Kinder pro Elternpaar. Man kann sich die Überforderung wohl vorstellen, vor allem unter den Bedingungen: ohne Strom (nur Notstrom), ohne fließend Wasser, ohne Kühlschrank, ohne Waschmaschine, ohne Möbel, ohne Dusche, ohne eben alles, was uns inzwischen standardmäßig das Leben erleichtert. Erschüttert mussten wir auch feststellen, dass die Kinder nicht mehr am Tisch ihre Mahlzeiten einnahmen, sondern zum Essen auf dem Fußboden saßen und zum Teil zu zweit von einem Teller aßen. Die Tische, Stühle, Teller reichen nicht mehr für alle. Aber allem Anschein nach, schien das niemanden zu stören oder gar der Auslöser für Streitereien zu sein. Ich stellen mir gerader unsere deutschen Kinder vor: wenn zwei Geschwister von einem Teller essen sollten, wie viel Konflikt- und Streitpotential würde da zwangsläufig entstehen!! („Die hat ein größeres Stück, der muß nicht soviel Gemüse essen.”)

Traurig war ich mein Anblick unserer Subapon. In Ko Lanta hatte ich mich immer über ihre wunderbar glänzenden Haare gefreut und sie oft fotografiert (man sieht Subapon auch auf unserer Startseite von unser Website “Goldkinder“). Sie trug eine Kapuze, die fest zugebunden war. Als ich versuchte, die Kapuze (es war sehr heiß) zu lüften, hielt sie diese ganz erschrocken zusammen. Offensichtlich hatte sie Läuse und schämte sich sehr. Ich konnte ihr nicht mal helfen, denn es gab in der Apotheke kein Läusemittel und nirgendwo konnte ich Kokosöl auftreiben, was die Läuse auf natürliche Weise bekämpft hätte. Als ich 4 Wochen später erneut im Projekt war, hatte sie übrigens ein riesengroßes Kapuzenshirt an, sie hätte 4 mal hineingepasst. Es schien die einzige Kapuze zu sein, die im Projekt vorhanden war, und die hing eben an diesem riesengroßen Shirt, was sie mindestens die 3 Tage trug, als wir zu Besuch waren.

Achim und Angela waren sehr beeindruckt von ihrem Besuch bei den Kindern, so hatten sie es sich nicht vorgestellt. Soviel Armut, aber auch soviel kindliche Freude, Spontanität, Hilfsbereitschaft, Kreativität, Dankbarkeit und Zufriedenheit. Sie wollen nun erst recht über Möglichkeiten nachdenken, das Projekt auch in Zukunft zu unterstützen.
Wir verbrachten mit den Kindern ein paar schöne Tage in vertrauter Atmosphäre mit so mancher Streicheleinheit, die allen gut tat. Ich werde inzwischen von vielen Kindern mit „MAMI” betitelt. Das gab mir das Gefühl, den Kindern wenigstens ein bisschen mütterliche Zuwendung geben zu können…
Der Abschied im Januar war glücklicherweise nicht so traurig wie sonst, denn Günter und ich würden ja 4 Wochen später wieder dort sein, jenes Mal, um die Kinder zu impfen. Und so war es dann auch. Diesmal reisten unsere Meininger Freunde Uta und Rainer Kretzer an und brachten ganz viel wunderbare Sachen für die Kinder mit: Kleidung, Schuhe, Bälle, Tischtennis- und Federballschläger, Malstifte, Malblöcke, Kuscheltiere, Spielzeugautos und mehr. Von uns gab es dann noch ein paar Märchenbücher in thailändischer Sprache, Rucksäcke, Taschen, Spielzeug, Süßigkeiten, Muscheln dazu. Alles in allem wieder eine stolze Sammlung von Hilfsgütern. Die Kinder konnten es kaum erwarten sich etwas aussuchen zu dürfen. Aber wir hatten ja vorher noch eine große Aufgabe zu bewältigen: die Impfung von 50 Kindern gegen Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung. Dazu hatten wir in großen vorbereitenden Aktionen die Impfstoffe in Deutschland besorgt und unsere Freunde aus Meiningen hatten sie, die Kühlkette einhaltend, nach Thailand befördert. Bei den hier herrschenden Temperaturen um 30 Grad logistisch ein kniffliges Unterfangen. Aber wir haben ja mehrjährige Erfahrungen mit dieser Aktion. Alles hat reibungslos geklappt . An dieser Stelle ein ganz, ganz großes Dankeschön an die Firma SPMSD in Leimen, besonders an Dr. Mathias Baier und Frau Annekathrin Petersdorf, die einen ungewöhnlich großen Einsatz leisteten, damit die Impfstoffe ihren Zielort erreichten. Und zu unserer ganz großen Freude wurden die 50 Impfstoffe von der Firma SPMSD gesponsert, wir haben also eine ganze Menge Geld gespart und konnten es in Mae Sai als Geldspende überreichen, insgesamt 1500 Euro. Dieser Betrag ist im Vorfeld auf unser Vereinskonto eingegangen. Ich finde, eine stolze Leistung seit Gründung des Vereins im Juli 2008 !

Die Impfung der ca. 50 Kinder verlief dann gewohnt reibungslos: jeder hatte seine Aufgabe. Spritzen mit Kanülen versehen, Kinderoberarme gründlich mit Alkoholtupfer reinigen (zwischen. 1 bis 4 !! Tupfer pro Kind), ängstliche Kinder sanft fixieren und gleichzeitig tröstende, ermunternde Worte sprechen, impfen, Pflaster kleben und die vielen glücklichen, erleichterten Gesichter sehen, das befreiende Durchatmen hören, wenn alles vorbei war …
Wir haben zusammen mit Uta und Rainer ein paar eindrucksvolle Tage verbracht, Erkenntnisse gewonnen, die unter die Haut gingen, sehr viel Dankbarkeit und sehr viel Zuneigung bekommen und ein bisschen was davon zurückgeben können. Der Abschied fiel allen sehr schwer, es gab sowohl Tränen, Lächeln, Umarmungen, aber auch fassungsloses Erstarren, todernste Gesichter. Wir fühlten uns in dem Moment ziemlich hilflos, die Kinder so traurig zurückzulassen. Am liebsten hätten wir sie alle mitgenommen. Vor allem, als wir hörten, dass 2 Monate Ferien bevorstehen und nur 50 % der Kinder ein Zuhause haben, wohin sie in den Ferien können. Wie schmerzlich muß es für den großen Rest der Kinder sein, bei 2 Bezugspersonen für 40 Kinder!
Uns bleibt die Gewissheit, dass wir in einigen Monaten wieder nach Mae Sai reisen werden, mit Dingen, die den Kindern Freude bringen, mit Geld, was Ihnen zum Überleben hilft und mit viel Zuneigung und der Bereitschaft, Ihnen das zu zeigen.
In diesem Sinne grüße ich alle, die sich von meinem Bericht angesprochen fühlen und hoffe auf ein wenig Resonanz in Worten und in Taten.

Eure Gudrun Daugs, Vereinsvorsitzende „Goldkinder Mae Sai„ , ab April wieder in Deutschland

Ferien in Lantarosa
Am 31.12. 2008 um 6 Uhr früh war es dann soweit: Die Kinder sind auf Ko Lanta angekommen. Zwei Jungs, zwei Mädchen, zwei Hunde, zwei Betreuer. Jeb, eine der Mitarbeiterinnen des Projekts hatte auf unsere Einladung hin ihren Pkw mit den Kindern, mit Sokran, einem weiteren Mitarbeiter und allerhand Gepäck voll geladen und ist tapfer die 2000 km von Mai Sai bis zur Insel durchgefahren.
Und nun hieß das Motto Ferien!
Als die kleinen Personen da über unsere Hausschwelle traten, hatten wir schon leise Bedenken, ob sie es gut aufnehmen würden. Nach dieser langen Reise, weit weg von ihrer gewohnten Umgebung in einem fremden Haus, nur sie und nicht noch 100 andere Kinder und ein bestimmt verstörender Luxus um sie herum… Aber wir fanden schnell heraus, dass diese Sorgen unbegründet waren. Unsere kleinen Gäste schauten sich schon bald ohne Scheu um und untersuchten und probierten sämtliche Einrichtungsgegenstände aus. Neue Geräusche? Neue Gerüche? Andere Gesichter? Ja, durchaus. Beängstigend? Nein, nein. Wir hatten mutige kleine Gäste.

Die meiste Zeit haben wir am Meer verbracht. Am Strand war es aber auch schön! Man konnte im Sand spielen, im Wasser toben, auf Palmen herumklettern, Muscheln sammeln oder einfach daliegen und zuschauen, wie die Sachen wieder trockneten. Keines der Kinder konnte schwimmen, aber das kann man ihnen ja bei wiederkehrender Gelegenheit beibringen. Hingerissen vom Wind und Wasser, lenkten uns ihre Fragen immer wieder an den Strand und wir machten uns ein Vergnügen daraus, ihren Wünschen zu entsprechen.
Es gab Momente, da waren wir etwas erschrocken. Zum Beispiel, als wir die Kleider der Kinder näher in Augenschein nahmen. Sie besitzen praktisch nur eine Kluft. Abgetragene Sachen und keine Unterwäsche. Ihre Kleider waren auffallend schmuddelig, denn zu Hause im Projekt müssen die Kinder ihre Sachen selber mit der Hand waschen. Also steckten wir ihre Kleider kurzerhand in die Waschmaschine und fuhren mit den Kindern los, ihnen allen ein T-Shirt und Hosen nachzukaufen. Aber auch ihre Essensvorlieben überraschten uns: wir hatten bergeweise Gemüse, Fleisch und Obst eingekauft, um ihnen eine vollwertige Rundumsättigung zu verschaffen. Merkwürdigerweise hielten sich unsere kleinen Gäste da vornehm zurück. Sie aßen am liebsten puren Reis, genauer gesagt Reis mit Chili oder Fischsoße. Wir staunten nicht schlecht, als unsere Besucher zwei kleine Fläschchen davon aus ihrem Handgepäck holten, um den Reis tüchtig nachzuwürzen. Uns schien das Ergebnis ungenießbar. Natürlich versuchten wir daraufhin, sie vom gesünderen und abwechslungsreicherem Essen zu überzeugen, aber dieser Versuch ist gescheitert. Kinder eben.
Ansonsten fanden wir unsere kleinen Besucher sehr pflegeleicht: sie sind überaus umgänglich, auch untereinander, und beschäftigen sich selbst. Sie stehen früh auf – auch in den Ferien wohlgemerkt – ziehen sich an, waschen sich selber und spielen. Bis sie dann Hunger bekommen jedenfalls. Man kann sich unsere Überraschung vorstellen, als es morgens um halb sieben an unsere Zimmertür klopfte.

Ein weiterer Höhepunkt für die kleinen Menschen war der Fernsehapparat. Wie könnte es auch anders sein. Sie wollten natürlich alles sehen, was der Kasten hergab. Wir ließen sie eine Weile gewähren, griffen dann aber doch zu einem Programm, dass mehr auf junge Köpfe zugeschnitten ist.
Insgesamt waren diese sechs Tage eine sehr erlebnisreiche Zeit für uns – mit neuen Entdeckungen, tieferer Bekanntschaft und richtig viel Spaß. Wir hoffen, dass es auch den Kindern etwas gebracht hat. Neben Erholung, gutem Essen, sauberen Kleidern und allerhand Vergnügungen am Meer wünschen wir uns besonders, dass wir ihnen somit ein Stück Fürsorge geben und einen Funken Hoffnung entfachen konnten. Einige Tage lang standen allein sie, ihre Bedürfnisse und Wünsche im Mittelpunkt. Sie hatten das Meer erlebt, Reiseeindrücke gewonnen, einen Fernseher aus nächster Nähe kennen gelernt. Sie dürften ein paar Tage lang völlige Unbeschwertheit genießen. Wir wünschen uns, dass sie dieses Gefühl in sich aufnehmen und zu ihm zurückkehren können, so oft sie wollen.
Wir jedenfalls werden wiederkommen. Um sie abermals abzuholen.

Liebe Freunde, Verbündete, Mitstreiter, Mitkämpfer, Sympathisanten und sonstige uns Verbundene,
wir wollten uns noch mal zu Wort melden, bevor wir am 2. 11. für 5 Monate aus dem kalten Deutschland verschwinden. Noch sind wir voller Aktivitäten, um beste Voraussetzungen für diese lange Deutschlandpause zu schaffen…… Trotzdem wollen wir auch schon ein paar Vorbereitungen für die Zeit in Thailand treffen. Vor allem, was unser Kinderprojekt betrifft , müssen wir von hier aus noch die Weichen stellen , damit die in Aussicht gestellten Sachspenden auch nach Thailand gelangen. Da uns einige Freunde in nächster Zeit besuchen werden, besteht die Möglichkeit, dass diese einiges mitnehmen können.
Aus dem Raum Coburg bekommen wir im Jan. Besuch, im Febr. aus dem Raum Dortmund und Meiningen ,auch aus Berlin ist am Jahresanfang Besuch angesagt. Falls jemand also für unsere Kinder gesammelt hat, bitte per mail oder bis zum 1.11. per Draht bei uns melden, damit wir den Kontakt zu den “Beförderern” herstellen können.
Ansonsten sind wir ganz stolz, dass wir schon ca. 1100 Euro Geldspenden zusammen haben.
Das Geld werden wir dann persönlich bei unserem nächsten Besuch überreichen. Vielleicht schaffen wir es ja noch bis zum Jahresende, nach Mae Sai zu fahren…Aber spätestens im Januar werden wir mit unseren Freunden aus Coburg wunschgemäss dort sein, im Februar/ März dann mit unseren Freunden und Vereinsmitgliedern aus Meiningen ein weiteres Mal. Wir freuen uns ganz sehr darauf! Ausserdem planen wir 4 Kinder zu uns nach Ko Lanta zu holen, um ihnen ein bisschen “Ferienidylle” zu bieten. Selbstverständlich tragen Günter und ich diese Kosten aus unserer Tasche und nicht aus der Vereinskasse. Ich bin mal gespannt, ob wir die 2000 km mit den Kindern fliegen dürfen…immerhin haben sie keinerlei Ausweis….
Aber ansonsten fahren wir zusammen mit dem Bus, sicher auch eine tolle Abwechslung und Erfahrung für die kids.
Wir wünschen allen noch einen sonnigen Herbst, strotzende Gesundheit trotz Influenzaviren, wenig Frust trotz Finanz- Wirtschafts- Klima- Gesundheitssystem-Terror- (und anderer)-Krisen!!!!! Es kann Alles nur besser weden!
Herzlichste Grüsse, Eure Gudrun Daugs und Günter Knopfe.














