admin | GOLDKINDER Mae Sai e.V. - Part 2

Liebe Freunde der „Goldkinder“ in Mae Sai,

Nachdem ich vor 3 Wochen nach Deutschland zurückgekehrt bin und meine „Hausaufgaben” für 3 ½ Monate liegengebliebene Arbeit und versäumte oder vernachlässigte Kontakte und Besuche soweit erledigt habe, möchte ich mich heute wieder mit einem aktuellen Bericht über
die“ Goldkinder“ bei Euch melden.
Um es gleich vorwegzunehmen, vieles, was ich geplant hatte für meine Zeit in Thailand, konnte ich leider nicht realisieren.  Aber das lag nicht an mir (uns), sondern hängt immer
wieder mit den thailändischen (völlig von unserem Denken und Planen abweichenden)  Verhaltensmustern zusammen.
Aber ich bin weiterhin optimistisch und bleibe den „Goldkindern” treu, weil ich aus meiner 10-jährigen Erfahrung in Thailand gelernt habe, dass die Uhren dort ganz anders ticken !
Nun aber der Reihe nach…
Die Vorbereitungen der langen Reise, die ich am 16. November 2010 angetreten habe, waren diesmal ziemlich nervenaufreibend.
Es hatten sich bei uns wieder so viele und aus meiner Sicht für die Kinder so wunderbare Sachspenden angesammelt, dass ich unbedingt so viel wie möglich davon nach Thailand befördern wollte. Bisher war das noch kein großes Problem, wenn man das bei der
Airline mit entsprechender Begründung beantragt hat. Da reichte noch der Hinweis, dass man Kinderärztin ist, dort ein Hilfsprojekt unterstützen  und gebrauchte Kindersachen befördern möchte. Da waren dann auch 50 kg Gepäck pro Person kein Problem.
Aber diesmal musste ich mit der Airline (Thai Airways) einen nicht enden wollenden „Papier-Mail-Telefon-Krieg” ausfechten, um mal gerade 10 ! kg Freigepäck für mich und 4 Freunde aus München zu erwirken…trotz des Verweises auf unsere Gemeinnützigkeit, mit
Steuernummer und allem  PI PA PO.
Gerade mal einen Tag vor meinem Abflug hatte ich dann die Zusage, dass die Münchner die bereits dorthin gesendeten 40 kg Sachspenden für die Kinder auch mitnehmen durften! Puh! Das war eine schwere Geburt, aber, wie Ihr wisst, ist die Freude über die vielen schönen „Geschenke” bei den Goldkindern immer sehr groß .
In Thailand auf “unserer Insel„ Ko Lanta angekommen, erwarteten mich diesmal schon meine 3 Freunde aus Münster, die unmittelbar zuvor das Kinderprojekt besucht hatten und noch ganz unter dem Eindruck  und der Begeisterung des Erlebten dort standen.
Wir waren uns wie immer einig, dass unsere Kinder dort sehr viel Glück haben, dass sie gut aufgehoben sind und man es ihnen ganz deutlich anmerkt, wie dankbar, hoffnungsvoll und lebensfreudig sie sind.
Wir warteten nun gemeinsam in Ko Lanta auf das angekündigte Eintreffen von zwei Mädchen, die ihren Schulabschluss absolviert hatten und nun in unserem Gästehaus „LantaRosa” von mir angelernt werden sollten im Gästeservice, in Haus- und Gartenarbeit, in der
englischen Sprache, vielleicht auch in Massagetechniken (durch entsprechende Kurse).
Sie sollten sich damit etwas Geld verdienen und durch diese Erfahrungen bessere berufliche Chancen für die Zukunft gewinnen.
Als sich niemand einfand, meldete oder absagte, hakte ich bei Ngaow Ende November nach und wurde auf Januar vertröstet, da es „Probleme“ , welcher Art auch immer, mit der Realisierung dieses vorher mit  ihm abgestimmten Vorhabens gab.
So wartete ich weiter bis Januar und nichts tat sich…
Als ich mich wieder bei Ngaow meldete, kündigte er nun einen Besuch mit 25 Personen in unserem Gästehaus für Februar an. Er wollte ein Workshop mit seinen Mitarbeitern bei uns auf der Insel durchführen und noch ein paar ausgewählte Kinder mitbringen.
Ich gab „grünes Licht“, obwohl wir ja nur Betten für max. 8 Personen haben. Aber sie wollten alles mitbringen, was sie zum Schlafen benötigten…  Matten, Decken, Kissen. Ich stimmte mich mit unseren schwedischen Nachbarn und Freunden ab, die sich sofort
bereit erklärten auszuhelfen mit Geschirr, Dusch- und Schlafmöglichkeiten.
Dann kam von Ngaow die Nachricht, dass sie nun die Reisekosten durchgerechnet hätten und zu der Einsicht gekommen waren, dass die Kosten ihr Budget übersteigen würden und sie nun
doch bedauerlicherweise ihr Seminar nur in der eigenen Region durchführen würden.
Das war für mich ein Grund, sofort eine Reise nach Mae Sai zu planen, denn an den lange angekündigten, immer wieder verschobenen Besuch aus dem Kinderprojekt konnte ich nun nicht mehr glauben.
So machte ich mich am 11. Februar zusammen mit Günter und unseren schwedischen Freunden (und Vereinsmitgliedern) Britta- Lena und Malte auf den Weg nach Mae Sai.
Wir konnten auf dem Inlandflug leider nur Handgepäck mitnehmen, aber das waren pro Person dann zwei große, volle Taschen mit wunderbaren Geschenken für die Kinder.
Diese und 105.000 Bht (ca. 2.300 Euro) haben wir dann den glücklichen Empfängern übergeben können.
Der Besuch im Projekt war wie immer ein Erlebnis, das unter die Haut geht. Die Kinder waren in bester Stimmung, zeigten keinerlei Berührungsängste, auch nicht bei den „neuen”  Besuchern aus Schweden.
Britta – Lena war in ihrem Element und scharte gleich eine Kinderschar um sich, mit denen sie Englisch übte. Es machte allen Beteiligten ganz offensichtlich riesigen Spaß !
Wieder mal konnten wir feststellen, dass da viel Nachholbedarf besteht, obwohl die Kinder ja Englisch in der Schule haben.
Sie haben große Probleme(und besonders Scheu) das Erlernte umzusetzen.
Britta- Lena schmiedete gleich Pläne für die Zukunft, wie sie die Kinder in Zukunft diesbezüglich unterstützen könnte.
Die Kinder führten die Besucher stolz durch ihr „Zuhause” und wir konnten uns davon überzeugen, dass es ihnen (gemessen an ihrer trostlosen, armseligen Vergangenheit) wirklich gut geht.
Natürlich kann man das nie mit unseren Maßstäben messen. Ein deutsches Kind (aus einer
Mittelschichtfamilie) dorthin „versetzt“ würde wohl einen unfassbaren, traumatischen Schock über all das, was es zu entbehrenhätte, erleiden.
Wir wurden dann zu dem gerade stattfindenden Seminar unweit vonMae Sai eingeladen und machten uns neugierig, was uns da erwarten würde, auf den Weg dorthin.
Ngaow, als Chef des Projektes, hatte erstmalig ein sog. Motivationstraining für sein Personal geplant. Er erklärte uns dazu, dass er extra eine Örtlichkeit, weit weg vom Projekt, anmutig in der freien wunderschönen Natur nahe des Mekongflusses gewählt hatte.
Er hatte sich (für 3 Tage Programm) vorgenommen, sein Personal zusammenzuführen, Meinungsverschiedenheiten weitestgehend auszuräumen, Pläne für das laufende Jahr zu schmieden und zu strukturieren und ihnen viel Kraft für ihre aufopferungsvolle Arbeit zu
geben.
Wir selber hatten Gelegenheit über unsere Arbeit im Verein „Goldkinder” zu sprechen, Fragen zu stellen und unsere Zukunftspläne zu artikulieren.
Bei der Gelegenheit konnten wir auch klären, warum es nicht zu dem angekündigten Einsatz der zwei Mädchen in unserem Gästehaus gekommen war.
Nach wie vor kämpft das Projekt noch um „Papiere„ i. S.  eines Ausweises für die Kinder. Angeblich steht die Realisierung kurz bevor und solange traut man sich verständlicherweise nicht, die Kinder irgendwohin zum Arbeiten zu schicken… es könnte ja nach
Menschenhandel aussehen.
Auch in der Frage eines Containertransportes mit Hilfsgütern von Deutschland nach Thailand  sind wir scheinbar (! ?) ein ganzes Stück weitergekommen. Wie Ihr wisst, versuche ich schon seit einem Jahr die Angelegenheit auf den Weg zu bringen. Es scheiterte bisher an den
üblicherweise fälligen horrenden Zollgebühren, die man nur umgehen kann, wenn der Verein in Thailand (also unser Kinderprojekt „Baannana”, das ist die thail. offizielle Bezeichnung) auch als gemeinnützig (non -profitable) anerkannt wird.
Ngaow versicherte, dass diese Anerkennung unmittelbar bevorstünde… es fehlen nur noch ein paar Nachweise auf diesem langen Weg der Anerkennung.
Ich bin noch skeptisch, was den wirklichen Zeitpunkt der Realisierung betrifft… in Thailand ticken die Uhren eben anders. Aber ich werde nun geduldig abwarten, denn das ist die einfachere Lösung, als eine fremde gemeinnützige Organisation mit ins Boot zu nehmen, zumal meine bisherigen Versuche diesbezüglich auf wenig Gegenliebe gestoßen sind.
Beim Abschied wurde uns versichert, dass auf alle Fälle im November, wenn wir wieder in Thailand sind, Besucher aus Mae Sai (zum Ferien machen, zum Film drehen, zum Arbeiten, zum Lernen) zu uns ins Gästehaus kommen… wir werden sehen !
Vielleicht bin ich aber schon im Sommer wieder im Projekt, eine Impfaktion wäre wieder fällig und Interessenten für einen Besuch des Projekts gibt es eventuell auch.
In einigen Tagen, bevor ich meinen Vollzeitjob ab 1. April am Klinikum in Meiningen antrete, werde ich mich auf die Reise nach Münster machen. Dort werde ich mich mit den sehr aktiven,
kreativen, engagierten Vereinsmitgliedern der „Goldkinder“ treffen, und gemeinsame Zukunftspläne für unser Hilfsprojekt schmieden.
Außerdem möchte ich, wenn möglich ,den Kindergarten aus Münster mit der sehr engagierten „Goldkinderhelfergruppe” besuchen und den hilfsbereiten Kindern mit ihrer Leiterin Steffie Tomberge ein herzliches Dankeschön sagen.
Zum Schluß möchte ich noch stolz von unserer enorm angestiegenen Mitgliederzahl berichten!
Wir sind derzeit 45 eingetragene Mitglieder und es liegen noch drei mündliche Willenserklärungen vor, die hoffentlich auch umgesetzt werden.. Damit haben wir jetzt Mitglieder aus Deutschland, Schweden, der Schweiz und Österreich. Erfreulicherweise haben sich einige Besucher unseres Gästehauses
Lanta Rosa und Freunde von der Insel nach ihrem Urlaub zu einer Mitgliedschaft entschlossen. Darüber freue ich mich sehr! Sicher hat man einen ganzen anderen Bezug zu so einem Hilfsprojekt, wenn man vor Ort in Thailand ist und die Menschen mit ihren
Problemen dort hautnah erlebt.
In diesem Sinne lade ich Euch alle herzlich ein in dieses wunderbare Urlaubsland, ein Land voller Kontraste, immer aufs Neue hochinteressant für mich… ich möchte diese Zeit meiner
Erfahrungen, Eindrücke, Neuerkenntnisse, mein so anderes kontrastreiches Leben nicht mehr missen!
Herzlichst, Eure Gudrun Daugs
Vereinsvorsitzende „ Goldkinder Mae Sai „ e. V.
Wölfershausen im März 2011

130 Kinder aus Myanmar und Thailand danken den Münsteranern für ihre großzügigen Spenden. Mit Übergepäck und finanzieller Unterstützung machten sich die drei Münsteraner Dr. Andrea Diekhaus, Petra Ahrens und Rüdiger Claus vom Goldkinder Mae Sai e.V. erneut auf den Weg in den Norden Thailands.

Die Kinder die nicht zur Schule gehen konnten (siehe Foto), werden durch ehrenamtliche Helfer im „first House“ des Childlife-Projektes unterrichtet. „Es stehen inzwischen sogar einige alte Computer zur Verfügung, um den Kindern auch Einblicke in die IT- und „WWW-Welt“ geben zu können“, berichtet Rüdiger Claus voller Freude. Gearbeitet wird an vielen neuen Projekten wie z. B. der Internetauftritt www.891nanastation.com, in dem die Helfer und Kinder des Childlifeprojektes auf sich und die Schwierigkeiten des Landes, die Migrationprobleme im Grenzgebiet und vor allem auf Menschen, die ohne Mittel vergessen in den Bergen leben oder gar aus den Bürgerkriegsregionen Burmas geflüchtet sind, aufmerksam machen möchten.

Das Kinderdorf selbst befindet sich in einem recht guten Zustand, die Ernte der selbst angelegten Reisfelder steht kurz bevor. „Mit dieser Ernte kann sich das Dorf bezüglich der benötigten Reisvorräte bis zu drei Monaten selbst versorgen. – eines der Dinge, die dem Projekt dank Ihrer Spenden ermöglicht wurden“, berichtet und bedankt sich das Münsteraner Team des Goldkinder Mae Sai e.V.

Das im Frühjahr dem Feuer zum Opfer gefallene Lagerhaus, konnte leider noch nicht neu errichtet werden. Um dieses Gebäude – welches für alle Kinder Kleidung, Lebensmittel, Medikamente, Schulmaterialien, und sonstige Spenden lagern soll und verwaltet werden muss, – fehlen mindestens 50.000 Euro, so berichtet der Dorfleiter vor Ort.

Mit dieser Aufgabe verabschiedeten sich die Münsteraner nach einigen Tagen ihres Besuches in Mae Sai und freuen sich schon jetzt auf ihre Vereinsarbeit zu Hause. Die bevorstehende Weihnachtszeit wird allen viel Arbeit abverlangen. Der Verein hofft auf viele besinnliche Mitbürger, die gerne zu dieser Zeit Gutes tun und vielleicht dieses Projekt unterstützen möchten.

Wer helfen möchte, kann Spenden an: Goldkinder Mae Sai e.V. , Commerzbank Meiningen, BLZ: 840 400 00, Kto: 755099900, Stichwort „Münster Hilft“.

Der Verein bedankt sich im Namen aller Kinder und wünscht Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit.


Die Vorbereitungen für meinen Besuch bei  „meinen Kindern“  waren wie immer ziemlich aufwendig, aber auch gepaart mit großer Vorfreude.

Es hatten sich wieder sehr viele Sachspenden bei uns angesammelt und jedes Mal habe ich das Problem, mich zu entscheiden, was nehme ich diesmal mit, was lasse ich noch da  …. was brauchen die Kinder am dringendsten, worüber freuen sie sich am meisten?

Und dann geht das ständige Wiegen los, 30 Kilo Gepäck sind auf dem Flug erlaubt. Deshalb habe ich ständig ein- und ausgepackt, gewogen, neu entschieden , manche schweren Dinge lieber ins Handgepäck verfrachtet ( was natürlich nicht ganz legal ist ), private Sachen wieder ausgepackt ( die haben bis zur nächsten Reise Zeit ), mich nach dem Wiegen der leeren Koffer und Taschen für die Tasche mit dem geringsten Eigengewicht, ( dafür aber ohne komfortable Rollen ) entschieden.

Natürlich mussten auch noch die Impfstoffe, die gut gekühlt ihr Ziel erreichen müssen, verstaut werden.

Aber darin haben Günter und ich ja schon große Übung !

An dieser Stelle möchte ich mich bedanken bei der Firma Sanofi Pasteur MSD GmbH, besonders bei Dr. Mathias Baier und der Mitarbeiterin Frau Gedviga Mangold, die meine diesjährige Impfaktion wieder großzügig und unbürokratisch unterstützen.

Es wurden kostenlos 50 Impfdosen gegen Diphterie, Tetanus und  Poliomyelitis zur Verfügung gestellt !

Ich bedanke mich im Namen des Projektleiters Ngaow, den Kindern und im Namen des Vereins „Goldkinder Mae Sai e.V.“.

Ich hoffe auch in Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit und Unterstützung !

Der Flug bis Chiang Rai mit Zwischenlandung in Bangkok und die anschließende Fahrt mit dem Pickup verliefen wie immer reibungslos.

Insgesamt waren wir ( mit mir ist Gabi Kittner aus Münster gereist) ca. 24 Stunden unterwegs, aber das war alles kein Problem.

Die Strapazen waren schnell vergessen, als Ngaow und 4 Kinder uns am Flughafen in Empfang nahmen.

Das war für mich  erstmalig, dass wir schon vom Flughafen abgeholt wurden. Den Grund erfuhren wir auch gleich. Ngaow und die Kinder wollten sich bei mir für die kontinuierliche Hilfe seit 9 Jahren bedanken und einen Film mit mir aufnehmen, der über  youtube   ins Internet gestellt werden sollte. ( Das ist inzwischen auch erfolgt, ich schicke die 2 Filme als Anlage mit, …einfach anklicken ).

Die gute Stimmung beim Abholen war ein schönes Begrüßungs-geschenk, die Kinder sangen und lachten die ganze Fahrt auf dem Pickup, so fuhren wir durch die dunkle Nacht nach Mae Sai.

goldkinder1

Am nächsten Tag bereiteten wir unsere Impfaktion vor, was sich als völlig unkompliziert erwies, da die Kinder sich um die Aufgaben rissen, uns beim Impfen zu helfen.

Zuerst gab es aber für die Kinder statt der Spritze viele schöne Geschenke, eben alles, was wir an Sachspenden mitgebracht hatten.

Wir legten alles auf einer großen Fläche aus und die Kinder konnten sich der Reihe nach etwas aussuchen.

Ich war wie immer berührt, wie diszipliniert und eher zurückhaltend sie sich dabei verhielten.

Es gab nicht das ( wie in Deutschland gewohnte ) Gedrängel, Geschrei, Streiten, Schubsen, eben diese für die Überflußgesellschaft typische Ellenbogenstrategie.

Alles lief ruhig ab und jeder freute sich über seine neue Errungenschaft   ….. aber auch über die Geschenke für den anderen !

Es ist für mich immer wieder ein schöner Augenblick, zu spüren, wie Kinder sich noch über Kleinigkeiten richtig freuen können  ….  Dinge, die bei uns ohne Reue entsorgt werden, machen den neuen Besitzer dort stolz !

Ich merke es daran, wie die Kinder in den Tagen danach mir immer wieder ihre neuen Errungenschaften präsentieren. Man muß sich darunter nichts Großes vorstellen, oft ist es nur eine Kleinigkeit wie z.B. ein Plastikarmband, ein kleines Kuscheltier, ein T- Shirt aus meiner Sammlung   … .

Am nächsten Tag haben wir die Impfaktion für  41  Kinder ohne Probleme durchgezogen.

War das schön, wie viele Kinder sich darum drängten, mir zu helfen !!!  Ich musste ihnen nur einmal zeigen, wie man die Luft aus der Spritze entfernt, die Kanüle aufsetzt, die Plastikhülle auf die Kanüle steckt, die Tupfer mit Desinfektionslösung tränkt, die Impfstelle mit Pflaster beklebt, den Impfausweis mit Datum und  Kreuzen in den entsprechenden Spalten vervollständigt.

Alle lief wie geschmiert, ich musste nur die Impfstelle desinfizieren und  „zustechen“.

Ein unglaubliches Erlebnis, wie mutig die Kinder an eine so allgemein unbeliebte Aktion ( das Wort „Spritze“ löst bei vielen Mitmenschen doch schon eine Panikattacke aus ! ) herangehen.

Für die nächsten Tage hatte sich Ngaow etwas Besonderes einfallen lassen.

Er wollte den Film über mich weiterdrehen und fuhr deshalb mit uns zum Goldenen Dreieck, dahin, wo Thailand, Burma und Laos aneinandergrenzen und nur durch den Mekong getrennt sind.

Wir fuhren mit einem kleinen Motorboot über den Mekong, vorbei an dekadenten Luxuscasinos auf burmesischer Seite  ….  unglaublich bei der Vorstellung der dort herrschenden Armut !

In Laos gingen wir kurz an Land und sahen sofort, dass dieses Land viel ärmer als Thailand ist.

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Es ist immer wieder bedrückend für mich, zu sehen, wieviel Bedarf an Hilfe vielerorts besteht.

Wie gern würde ich auch diesen Menschen helfen, denen ich dort begegne  ….. .

Aber ich sehe meine Aufgabe im  childlife – Projekt   in Mae Sai und das ist gut so .

Ich frage mich natürlich in solchen Augenblicken immer, warum sind nicht   m e h r   Menschen bereit, sich für die Armut auf dieser Welt, die immer größer wird, einzusetzen? Warum ist das eher die Ausnahme für begünstigte Menschen wie wir, als die Regel ?

Der nächste Tag führte uns in ein Bergdorf in der Nähe von Chiang Rai. Das war mein ausdrücklicher Wunsch , denn immer wieder möchte ich mir ins Gedächtnis zurückrufen, wo die Wurzeln der Goldkinder sind.

Der Weg dorthin führte uns ca. 20 km  fernab der Hauptstrasse mitten hinein in den Dschungel. Ohne Ngaow hätten wir den Weg nie gefunden. Kein Mensch würde dort noch irgendeine Menschenansiedlung vermuten. Aber wir fanden ein Bergdorf des Akhastamms vor, das mehrere hundert Bewohner hatte. Die meisten von ihnen haben das Dorf sicher nie verlassen, denn bis zum nächsten Ort sind es mindestens 20 km Fußmarsch. Und es ist ja auch nicht gewollt und viel zu gefährlich, dass  man das Dorf ausfindig macht.

Bei den Bewohnern handelt es sich um staatenlose Stammes -mitglieder, die im Grenzgebiet zwischen Burma und Thailand leben, dort geduldet, aber nicht gewünscht sind.

Und sie verstecken sich vor anderen Bergstämmen, damit sie nicht überfallen und ausgeraubt werden .

Sie leben ganz eng mit der Natur verbunden, bauen Obst und Gemüse an, haben bewirtschaftete Reisfelder, Schweine, Ziegen , Kühe, Hühner und jede Hütte wird von einem aufmerksamen Hund bewacht. Die Männer bauen etwas für ihre Hütten , aus dem , was die Natur hergibt. Die Frauen verbringen ihre Zeit mit Handarbeiten, Kinder hüten und natürlich den weltweit üblichen Pflichten als Hausfrau  ….. natürlich unter völlig anderen Bedingungen, als wir es gewohnt sind.

Das Leben dort mutet für uns sehr beschwerlich an, auch wenn die Menschen einen zufriedenen und glücklichen Eindruck machen.

Für mich war es eine völlig neue Erkenntnis, dass die Frauen im gebärfähigen Alter ( sie hatten wirklich Babys bei sich ) sehr vorgealtert aussahen, manche sahen wie 70 aus und hatten ein Kleinkind.

Vielleicht lag das aber auch an den schwarz-braun verfärbten oder auch abgebrochenen Schneidezähnen, die vom ständigen Kauen der Betelnuß so aussehen.

Im Bergdorf trafen wir auf einen behinderten Jungen aus dem childlife-Projekt.

Ngaow berichtete uns, dass der Junge sich alle paar Wochen wünschte, hier in sein Bergdorf zurückzukehren. Ich war erschüttert, was ich zu sehen bekam, denn ich hatte ihn schon über Jahre im Projekt erlebt. Dort war er  immer sehr anhänglich gewesen und suchte oft Schutz, weil er durch seine geistige Behinderung sehr ängstlich war.

Hier im Dorf war er nun völlig verwahrlost, verdreckt, stank fürchterlich und hatte extrem an Gewicht abgenommen. Niemand schien sich wirklich um ihn zu kümmern, er hatte nur einen Stiefvater, der ihn misshandelte, berichtete man uns.

Besonders schlimm war seine Behausung, eine Hütte von der Grösse einer Hundehütte, in der er nur sitzen oder liegen konnte, die furchtbar stank und voller schmutziger Sachen war. Wir versuchten ihn zu überzeugen, bald wieder ins Kinderprojekt nach Mae Sai zu kommen…..

Für heute soll mein Bericht hier enden, obwohl ich noch seitenweise weiterschreiben könnte. Die Eindrücke lassen mich oft nicht los und ich möchte sie gern mit Euch teilen. Aber ich weiß auch, dass ich von Euch viel Geduld erwarte oder voraussetze und bin gar nicht sicher, ob Euch das alles interessiert, was meine Gefühle so aufwühlt.

Über eine Resonanz würde ich mich sehr freuen, es würde einfach gut tun, zu spüren, dass ich nicht allein bin in meinem Kampf um die Ungerechtigkeiten in dieser Welt.

Ihr hört bald noch mal von mir, auch Fotos werde ich noch ins Netz setzen, heute erst mal die  2  Filme von youtube, die Ihr Euch herunterladen könnt. Die Bildqualität ist leider nicht gut, manches ist langwierig und nicht  verständlich, aber die Akustik vom Interview am Schluß ist gut und auch gelungen, finde ich.

Herzliche Grüsse für heute, bleibt alle gesund und aktiv, vergesst unsere Vorhaben nicht, bleibt sensibel, begeisterungsfähig  und optimistisch, schaut über Euren Tellerrand hinaus und spürt mit mir die große Erfüllung, den Schwächeren zu helfen.

Eure Gudrun Daugs

PS: Bitte an den Jahresbeitrag 2010 ( 24 Euro ) denken, für alle Vereinsmitglieder, die noch nicht bezahlt haben ! Danke !!!

Hier ist die Kontoverbindung


Die Goldkinder haben ihren ersten Film gedreht. Was sagt man dazu!!!

(zugegeben, die Kids haben in diesen Videos mal richtig ausprobiert, was die Kamera und der Computer alles an Effekten hergibt, da spürt man noch die Begeisterung der Anfänger!!!)

Leider noch nicht in deutscher Übersetzung, aber das wäre im Moment auch ein bisschen zuviel verlangt.

Hier der erste Teil:


Und hier der zweite Teil (mit Gastauftritt von Frau Dr. Daugs, wie hier im Vorschau-Bild zu sehen)


Kommentare erwünscht!

Liebe Vereinsmitglieder „Goldkinder”, liebe Freunde, Interessenten, Sympathisanten der Goldkinder,

Die Anrede muß ich mir immer neu überlegen, denn jeder unterstützt unser Kinderprojekt auf seine Art und ich möchte keinen vergessen. So, wie ihr auch unsere Kinder nicht vergessen solltet. Ich habe lange nichts von mir hören bzw. lesen lassen. Eine E-mail-Anfrage, warum es 2010 noch keine aktuellen Berichte im Internet gibt, nehme ich nun gleich zum Anlaß, ganz schnell unsere Website zu aktualisieren.

Es ist genau das Gegenteil der Fall !!  Unsere Arbeit und Unterstützung hat dermaßen zugenommen, dass verständlicherweise viel mehr Zeit dafür aufgewendet werden muss und die Zeit für das Administrative kaum mehr reicht. Aber besser so, als umgekehrt ! Unsere Kinder sind auf alle Fälle die Nutznießer !
Was ist nun in der Zwischenzeit alles passiert ?
Das letzte Mal habt Ihr zur Jahreswende von mir gehört. Seitdem ist viel geschehen, leider auch viel Trauriges , aber auch Hoffnungsvolles !

Im Januar bekam ich die erschütternde Nachricht, dass kurz vor Weihnachten durch ein Feuer drei wichtige Räume im Projekt abgebrannt sind, das Lager (mit vielen lebensnotwendigen, neu gekauften „Alltagsdingen“ für die Kinder wie Schulhefte, Stifte, Hygieneartikel) … nie hatten sie so ein volles Lager gehabt, ich habe es kurz vorher noch erfreut registriert und fotografiert.
Dann sind auch das Krankenzimmer, wo die kranken Kinder von einer angelernten Krankenschwester versorgt werden und die beliebte Kinderbibliothek abgebrannt. Nun muß man sich unter einer Bibliothek nicht das vorstellen, was wir gewöhnt sind. Aber es war ein Raum mit vielen alten Zeitungen, Zeitschriften, Comics und auch ein paar Büchern.
Ich habe selbst ein paar Märchenbücher angeschafft und mit Freude gesehen, wie die Kinder in der Freizeit auf dem Fussboden saßen und versunken waren in einer Welt, die ihnen sonst nicht zugänglich ist.
Zum Glück ist bei dem Brand kein Kind zu Schaden gekommen, wahrscheinlich war es sogar ein Kind (Monkey), was den Brand durch „ Zündeln “ verursacht hat.
Monkey ist ein sehr schwieriges, kaum resozialisierbares Kind, er hat eine schreckliche Lebensgeschichte mit seinen 11 Jahren hinter sich. Natürlich wird er nie zugeben, dass er es war und warum er es getan hat. Fakt ist, es ist ein riesengroßer Schaden entstanden, es war absolut nichts mehr zu retten von den drei Räumen. Die Fotos haben mich erschüttert.

Im Februar bekamen wir  in unserem Gästehaus in Ko Lanta den lange angekündigten Besuch von Kinderdorfleiter Ngaow mit seiner frisch vermählten Frau. Sie haben, wie berichtet, im Dezember im Projekt eine sehr schöne (christliche) Hochzeit mit ihren 130 Kindern gefeiert.
Wie hübsch die Kinder anzusehen waren auf den Fotos, mit welch einfachen Mitteln sie so ein tolles Fest gefeiert haben, das war Grund für mich zu großer Freude und Dankbarkeit !
Eigentlich wollte Ngaow eine Woche bei uns zum Relaxen im Gästehaus auf Ko Lanta bleiben.Er kam sehr überraschend einen Tag früher und wir hatten nur ein kleines Zimmer von unserem Personal für ihn, seine Frau und seinen Freund. Am nächsten Tag konnte er dann umziehen in ein Gästezimmer, er war total begeistert von der Insel und vom Meer, schwärmte und zeigte sich sehr dankbar.
Wir waren sehr froh, ihm dies alles bieten zu können. Schließlich hatte er seit 10 Jahren nie Urlaub oder ein Privatleben gehabt.

Um so überraschter waren wir am nächsten Morgen, als er uns mitteilte, dass er schon wieder abreisen müsste. Er hatte uns nicht verraten, dass er eigentlich nur auf der Durchreise war. Zusammen mit seinem Freund, einem Polizisten, wollte er zur malaysischen Grenze, um einen Jungen abzuholen, der zwei Jahre zuvor von Gangstern verschleppt worden war und sich telefonisch bei Ngaow gemeldet hatte. Er war vorher im Kinderprojekt in Mae Sai gewesen und hatte Ngaow angefleht, ihn abzuholen.
In Malaysia war er zu kriminellen Arbeiten gezwungen worden und hatte ein unerträgliches Leben. Nach zwei Jahren war es ihm endlich gelungen, Verbindung mit Ngaow aufzunehmen. So machte dieser sich auf den Weg von Nordthailand zur malaysischen Grenze in Südthailand, immerhin über 2.000 km, das alles mit dem Auto des befreundeten Polizisten.
Leider haben sie den Jungen nicht zurückführen können, trotz bester Absichten und mit großem Aufwand. Der Junge wurde nicht zum verabredeten Treffpunkt gelassen, er wurde weiter festgehalten.
Eine bittere Geschichte, aber wie Ngaow uns berichtete, durchaus kein Einzelfall, sondern sie  entspricht dem Alltag des Kinderhandels im großen Stil.

Im März besuchten Günter und ich unsere Kinder in Mae Sai, um vor unserer Rückkehr nach Deutschland  nochmals Sachspenden und Geldspenden zu übergeben.
Wir fanden die Kinder und das Projekt in einem ausgesprochen erfreulichen Zustand vor ! Die Kinder hatten gerade für zwei Monate Ferien und ca. 50 % waren in einem Zustand großer Vorfreude, da sie für einen Monat in ihre Familien zurückkehren würden. Die andere Hälfte der Kinder war natürlich ebenso traurig, wie die anderen erfreut, dass sie kein Zuhause mehr hatten, wo sie wenigstens einen Teil der Ferien verbringen könnten.
Besonders Günter registrierte mit Anerkennung, dass sich baulicherseits seit seinem letzten Besuch sehr viel getan hatte. Für das Personal waren mehrere Lehmhütten entstanden, die Unterkünfte der Kinder hatten sich verbessert, überall waren kleine Gärten angelegt und wurden von den Kindern gepflegt.
Insgesamt herrschte eine glückliche, harmonische Stimmung in dieser einzigartigen „Großfamilie”.

Mit unserer Spendenübergabe von 5. 000 Euro konnten wir  natürlich auch noch einen entscheidenden Beitrag zur Glückseligkeit der Kinder leisten.
Davon waren 2.500 Euro von der Organisation „ Step by Step“, die mit uns Kontakt aufgenommen hatte, weil sie meinten, unsere Arbeit in Mae Sai entspräche ihren Vorstellungen von „hilfebedürftigen, hilfewürdigen “ Projekten. Ein ganz großer Glücksfall für unsere Kinder ! Ein Riesendankeschön an dieser Stelle noch mal an Anja Domke von „Step by Step”.

Zurückgekehrt nach Deutschland waren wir hochmotiviert, so weiterzumachen wie bisher, unsere Arbeit hier fortzusetzen und möglichst viele Menschen in unser Hilfsprojekt mit einzubeziehen.

Das scheint uns auch immer besser zu gelingen, denn mit unserer „Niederlassung “ in Münster steht uns eine tolle, engagierte Gruppe sehr liebenswerter und aktiver Menschen zur Seite.Ich konnte mich erst kürzlich in Münster bei meinem ersten Besuch und dortigen Zusammentreffen mit unseren neuen Mitgliedern davon überzeugen und bin sehr, sehr dankbar dafür !

Leider gab es Ende April in Mae Sai die nächste schicksalhafte Katastrophe.
Ein Sturm, gekoppelt mit einem heftigen Regen, hat unser Projekt heimgesucht und verheerende zerstörerische Wirkung hinterlassen. Die Dächer der Schlafräume der Kinder, des Speiseraums und der Aula wurden abgedeckt, der Regen überschwemmte die wenigen Habseligkeiten der Kinder und machte sie unbrauchbar. Erschütternde Bilder erreichten uns per Internet, verbunden mit einem Hilferuf um Sofortunterstützung.
Die Kinder hatten plötzlich kein Dach mehr über dem Kopf, so wie sie es aus ihrem früheren Leben schon kannten !
Sicher haben sie in der Situation ganz viel Angst gehabt. Auf den Fotos konnte man auch sehen, wie sie mitangepackt haben, um den Schaden zu begrenzen oder zu beseitigen. Selbst die Kleinen unter ihnen haben fleißig mitgeholfen, dass “alles schnell wieder gut wird”. Immerhin waren es „nur“ ca. 60 betroffene Kinder, der Rest war ja in den Ferien zu Hause.
Wir haben nicht lange gezögert und umgehend 3.000 Euro von unserem Spendenkonto überwiesen.
Wir hoffen und wünschen, dass sich der Zustand des Projektes bis heute wieder weitestgehend normalisiert hat.

Bleibt mir zum Schluß nur noch die Bitte, „uns“ nicht zu vergessen, auch wenn es unendlich viel anderes Elend gibt auf dieser Welt.
Dazu möchte ich aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zitieren:

„Jeder Mensch hat ein Recht auf Nahrung, Kleidung, Wohnung, und ärztliche Versorgung, außerdem ein Recht auf Bildung und Freiheit“ !

Für Millionen Kinder auf der Welt sieht die Wirklichkeit anders aus.
Sie wachsen unter menschenunwürdigen Bedingungen auf, die wir nicht hinnehmen dürfen.

Diesen Kindern möchte ich auch in Zukunft meine Arbeit widmen.

Herzlichst, Eure Gudrun Daugs

Wölfershausen, 13.06.2010